Grullbad Hellbach

Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen

Die vorliegende Baumaßnahme ist Bestandteil eines Gesamtkonzeptes, wonach die Emscher inklusive Nebengewässer zu einem System mit Trennung von Rein- und Schmutzwasser umgebaut werden soll.

Projektbeschreibung

Nach der Entflechtung wird das Hellbach-System als Nebengewässer der Emscher seine Wasserführung im Wesentlichen aus den angeschlossenen Reinwasserzuflüssen und den Abschlägen der Regenwasserbehandlungsanlagen erhalten.

Der Hellbach und sein Nebengewässer Breuskes Mühlenbach (BrMb) haben eine Gesamtlänge von 11 km und liegen im Stadtgebiet Recklinghausen. Die hier auszuführende Leistung umfasst die Baumaßnahme Ökologische Verbesserung des Hellbachs von km 0,12 bis km 2,83.

Folgende Maßnahmen werden im Wesentlichen erforderlich:

  • Ökologische Verbesserung des mit Sohlschalen ausgekleideten Hellbachs, vorwiegend mit Rückbauarbeiten, Profilierungsarbeiten, Bodenaustausch, Erstellung von Böschungsfußfiltern und verschiedenen Erosionsschutzmaßnahmen im Bereich des Fließquerschnittes
  • Herstellung des Regenrückhaltebeckens (RRB) Grullbad in Erdbauweise inkl. Rohrdrossel
  • Sanierung der beidseitigen Gewässerdeiche in Teilabschnitten auf einer Gesamtlänge von ca. 1060 m zwischen Gneisenaustraße und Baumstraße
  • Erstellung einer ca. 154,50 m langen Spundwand zur Böschungssicherung zwischen Im Reitwinkel und Baumstraße
  • Erstellung von Winkelstützwänden zur Böschungssicherung
  • Anlage eines „Blauen Klassenzimmers“ mit Sitzstufen und Aussichtskanzeln in Spundwandbauweise im Bereich der Käthe-Kollwitz-Schule
  • Rückbau (Trennen) von vorhandenen Böschungsspundwänden bis unter den geplanten Geländeverlauf
  • Umverlegung vorhandener Versorgungsleitungen in Abstimmung mit den zuständigen Versorgungsträgern
  • periphere technische Maßnahmen wie Zaunbau, Anlegen von Böschungstreppen, Ertüchtigung und Neubau von Baustraßen und Betriebswegen sowie öffentlicher Rad- und Gehwege
  • übergeordnete Leistungen wie Verkehrssicherung, Wasserhaltungsmaßnahmen und Sondierungen zur Kampfmitteluntersuchung

Der Hellbach soll im Baulos I auf einer Gesamtlänge von ca. 2712 m so umgestaltet werden, dass eine Ersatzaue ausgebildet werden kann. Hierzu sind zunächst die vorhanden Betonsohlschalen inkl. Böschungsplatten rückzubauen und die Böschungen weitgehend durch Bodenabtrag umzuprofilieren. Die vorhandenen Gerinnezuläufe (Kunststoff-, Stahl-, Beton- und Stahlbetonrohrleitungen bis DN 500 / Ei 1200/1800 sowie Auslaufbauwerk Pumpwerk Reitwinkel bis DN 1200) sind an die neuen Böschungsverhältnisse anzupassen bzw. teilweise zurückzubauen und zu verdämmen.

Im Zuge der Baumaßnahme sind die Bachläufe auch innerhalb von acht Brücken und Durchlässen umzugestalten:

  • - Brücke Hochlarmarkstraße, Länge ca. 21 m
  • - Brücke Auf der Jungfernheide, Länge ca. 3 m
  • - Durchlass Feldstraße / Gneisenaustraße, Länge ca. 162 m
  • - Brücke Theodor-Körner-Straße, Länge ca. 27 m
  • - Brücke Im Reitwinkel, Länge ca. 3 m
  • - Brücke Baumstraße, Länge ca. 12 m
  • - Brücke Grullbadstraße, Länge ca. 12 m
  • - Brücke Walkmühlenweg, Länge ca. 3 m

In dem neu herzustellenden Bachbett werden insgesamt sieben Sohlengleiten sowie vier Sohlschwellen in naturnaher Bauweise hergestellt. Die Böschungsfüße sind bereichsweise mit Fußfiltern oder Faschinen und die Böschungen mit Kokosgewebe vor Erosion zu sichern. An besonders hydraulisch beanspruchten Stellen, insbesondere im Bereich der Brücken, kommen zusätzlich Steinmatratzen zur Ausführung. In einigen Bereichen ist zur Gewährleistung der dauerhaften Standsicherheit der Böschungen Bodenaustausch durchzuführen.

Im Bereich zwischen Gneisenaustraße und Baumstraße sind auf einer Gesamtlänge von ca. 1060 m die vorhandenen Gewässerdeiche durch teilweisen oder kompletten Neuaufbau (bei Rückverlegung) zu ertüchtigen. Die landseitigen Böschungsfüße
sind mit Fußfiltern zu sichern. Die Bachsohle ist im Deichbereich mit einer Dichtung aus bindigem Boden zu versehen. Das Regenrückhaltebecken Grullbad wird weitgehend im Bodenabtrag profiliert. Zum Hellbach verbleibt ein Erdkeil, der einseitig mit einer Dichtungsschicht aufzubauen ist. Der Beckenüberlauf wird mittels Steinmatratzen befestigt. Auf den Beckenböschungen ist ein Betriebsweg anzulegen.

Projektsteckbrief

  • Bauherr:
    Emschergenossenschaft
    Fon: +49 201 1040
  • Bausumme: 5.300.000 Euro
  • Bauzeit: Oktober 2017 bis September 2019
  • Ort: Recklinghausen
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen

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